In meinem letzten Artikel habe ich erklärt, warum deine Behälter stinken, sich verfärben und sich nie wirklich sauber anfühlen: Plastik ist ein Schwamm. Das ist die Fortsetzung – und es geht um die Frage, die mir danach alle gestellt haben: Wo bleiben all diese Teilchen dann?
Die kurze Antwort kennst du schon. Die lange Antwort hat verändert, wie ich auf mein Mittagessen schaue.
Forscher der University of Nebraska erhitzten Plastikbehälter in der Mikrowelle und zählten, was sich löste: bis zu 2 Milliarden Nanoplastikpartikel und 4 Millionen Mikroplastikpartikel pro Quadratzentimeter. Aus einem einzigen Behälter. In einem einzigen Aufwärmvorgang.
Fettiges und saures Essen (Tomatensauce, Käse, Curry) wird punktuell heißer als der Schmelzpunkt deines Behälters. Kennst du diese weißen, rauen Stellen? Das ist kein Kalk. Das ist geschmolzenes Plastik. Und was schmilzt, verschwindet nicht. Es steckte in deinem Essen.
Dieses Wellen-Logo auf der Unterseite bedeutet nur eins: Der Behälter schmilzt nicht sichtbar und verformt sich nicht. Es sagt nichts darüber aus, was unsichtbar in deinem Essen landet.
Mehr noch: In der Nebraska-Studie stammten die Milliarden Teilchen ausgerechnet aus Behältern mit genau diesem Label. Das Label schützt das Produkt. Nicht die Person, die daraus isst.
Steht auf fast jedem Set. Klingt wie ein Gütesiegel. Aber BPA ist ein einzelner Stoff – und Hersteller haben ihn oft durch chemische Verwandte (BPS und BPF) ersetzt, die das gleiche hormonstörende Verhalten zeigen. 92% der Erwachsenen in Europa haben diese Stoffe bereits im Körper.
Vergleich es mit einer Zigarette, die mit „bleifrei“ wirbt. Technisch stimmt’s. Aber du rauchst trotzdem.
Das war der Teil, der mich überzeugt hat. Forscher finden Mikroplastik inzwischen nicht nur um uns herum, sondern in uns:
Quellen: University of Nebraska-Lincoln, Time, CNN/University of New Mexico. Links unten.
Forscher fanden es auch in der Plazenta und in Muttermilch. Was das genau mit uns macht, wird noch intensiv erforscht – ich werde dir also nicht sagen, dass du in Panik geraten sollst. Aber das hier: Dein Lunch jeden Tag in Plastik zu erhitzen, ist eine der größten täglichen Quellen. Und zufällig auch die am einfachsten zu stopfende.
Du musst nicht dein ganzes Leben umkrempeln. Glas ist nicht porös, schmilzt nicht in der Mikrowelle und nutzt sich nicht ab. Es gibt schlicht nichts, das in dein Essen gelangen kann. Gleiches Lunch, gleiche Mikrowelle, null Partikel.
Check deine eigenen Behälter in 60 Sekunden:
Das war gar nicht so leicht: Die meisten Sets, die „Glas“ heißen, sind Glas mit einem Plastikdeckel. Ich habe die beliebten Sets nebeneinander gelegt und nach Material, Deckel und Mikrowellen-Verhalten verglichen. Einfach das, was ich selbst gern gewusst hätte, bevor ich angefangen habe zu vergleichen.
Klicke auf den Button unten für meinen Vergleich: Vergleich ansehen → Überspringen · direkt die komplett aus Glas bestehenden Sets ansehen →