Kitchen Insider Guides & Tests für eine gesunde Küche

Hör auf, deine eigenen Dosen zu essen. Das passiert, wenn Kunststoff in die Mikrowelle geht.

In meinem vorherigen Beitrag habe ich erklärt, warum deine Dosen stinken, sich verfärben und sich nie wirklich sauber anfühlen: Kunststoff ist ein Schwamm. Das ist die Fortsetzung – und es geht um die Frage, die mir danach alle gestellt haben: Wohin verschwinden all diese Partikel?

Die kurze Antwort kennst du schon. Die lange Antwort hat verändert, wie ich auf mein Mittagessen schaue.

Achtung: Lies das, bevor du dein Mittagessen schon wieder in Kunststoff aufwärmst!
Sanne
Sanne ✓ Verifiziert
Mealprepper & Küchenrealist
Kunststoffdose in der Mikrowelle neben einer Glasdose
Gleiches Mittagessen, gleiche Mikrowelle. Ein großer Unterschied.
Verfärbte Kunststoffdose und weiße geschmolzene Stellen

1. Zwei Minuten Mikrowelle. Milliarden Partikel.

Forschende der University of Nebraska erhitzten Kunststoffdosen in der Mikrowelle und zählten, was sich löste: bis zu 2 Milliarden Nanoplastik- und 4 Millionen Mikroplastikpartikel pro Quadratzentimeter. Aus einer Dose. In einem einzigen Aufwärmvorgang.

Fettiges und saures Essen (Tomatensoße, Käse, Curry) wird stellenweise heißer als der Schmelzpunkt deiner Dose. Kennst du diese weißen, rauen Stellen? Das ist kein Kalk. Das ist geschmolzener Kunststoff. Und was schmilzt, verschwindet nicht. Es war in deinem Essen.

Mikrowellengeeignet-Label auf der Unterseite einer Kunststoffdose

2. „Mikrowellengeeignet“ schützt die Dose. Nicht dich.

Dieses Wellen-Logo auf der Unterseite bedeutet nur eins: Die Dose schmilzt nicht sichtbar und verformt sich nicht. Es sagt nichts darüber aus, was unsichtbar in deinem Essen landet.

Mehr noch: In der Nebraska-Studie kamen die Milliarden Partikel ausgerechnet aus Dosen mit genau diesem Label. Das Label schützt das Produkt. Nicht die Person, die daraus isst.

„Verbraucher werden durch ‚mikrowellengeeignet‘-Labels in die Irre geführt.“ GezondNu, über Mikroplastik in der Küche
„BPA-frei“-Claim auf der Verpackung von Kunststoffdosen

3. „BPA-frei“ ist der neue Marketingtrick

Steht auf fast jedem Set. Klingt wie ein Gütesiegel. Aber BPA ist nur eine Substanz, und Hersteller haben sie oft durch chemische Verwandte (BPS und BPF) ersetzt, die das gleiche hormonstörende Verhalten zeigen. 92% der Erwachsenen in Europa haben diese Stoffe bereits im Körper.

  • „BPA-frei“ · oft durch BPS/BPF ersetzt, bleibt abnutzender KunststoffNein
  • „Mikrowellengeeignet“ · Dose überlebt, Partikel werden trotzdem freigesetztNein
  • „Vollglas“ · nicht porös, schmilzt nicht, nutzt sich nicht abJa

Vergleiche es mit einer Zigarette, die mit „bleifrei“ wirbt. Technisch korrekt. Aber du rauchst immer noch.

Mittagessen aus der Mikrowelle holen

4. Wohin diese Partikel wandern

Das war der Punkt, der mich überzeugt hat. Forschende finden Mikroplastik inzwischen nicht nur um uns herum, sondern in uns:

0 Mrd.Nanopartikel aus einer einzigen aufgewärmten Dose
0%Erwachsene mit BPA-Ersatzstoffen im Blut
0%mehr Plastik in Gehirnproben als 2016

Quellen: University of Nebraska-Lincoln, Time, CNN/University of New Mexico. Links unten.

Forscher haben es auch in der Plazenta und in Muttermilch gefunden. Was es genau mit uns macht, wird noch intensiv untersucht – ich werde dir also nicht sagen, dass du in Panik geraten sollst. Aber das hier: Dein Mittagessen jeden Tag in Plastik zu erhitzen, ist eine der größten täglichen Quellen. Und zufällig auch die einfachste, die man stoppen kann.

Vorratsdosen komplett aus Glas

5. Die gute Nachricht: Das ist der einfachste Wechsel überhaupt

Du musst nicht dein ganzes Leben umkrempeln. Glas ist nicht porös, schmilzt nicht in der Mikrowelle und nutzt sich nicht ab. Da kann schlicht nichts in dein Essen gelangen. Gleiches Mittagessen, gleiche Mikrowelle, null Partikel.

Check deine eigenen Dosen in 60 Sekunden:

  • Kratzer oder ein matter Schleier? Abnutzung.
  • Orange oder gelb verfärbt? Das Material ist offenporig.
  • Weiße raue Stellen? Geschmolzenes Plastik.
Und pass auf die Falle auf: Die meisten „Glas“-Sets haben trotzdem einen Plastikdeckel, der mit in die Mikrowelle geht. Dann fängt alles wieder von vorn an – bei deinem Deckel. Also: komplett aus Glas, inklusive Deckel, mit einem lebensmittelechten Silikonring.
"Ich liebe ihre Produkte. Gesund und hormon-sicher – unterstützt ein Low-Tox-Leben."Marijke · Trustpilot

Welche Sets sind wirklich komplett aus Glas?

Das war allerdings eine ziemliche Suche: Die meisten Sets, die „Glas“ heißen, sind Glas mit einem Plastik-Hütchen. Ich habe die beliebten Sets nebeneinandergelegt – nach Material, Deckel und Mikrowellen-Verhalten. Einfach das, was ich selbst gern gewusst hätte, bevor ich verglichen habe.

Klick auf den Button unten für meinen Vergleich: Vergleich ansehen → Überspringen · direkt die komplett aus Glas bestehenden Sets ansehen →
Über Sanne · Schreibt über Essen, Routinen und einen Haushalt, der halbwegs läuft. Prept sonntags, kocht zu oft mit Tomatensoße und wärmt ihr Mittagessen seit letztem Jahr in Glas auf.
Sannes Vergleich: Welche Sets sind wirklich komplett aus Glas? Verglichen nach Material, Deckel und Mikrowelle
Ansehen →